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Wenn Wasserfontänen Dächer bekommen

Da wird erst großflächig schwarzes Basaltpflaster verlegt und Schatten gibt es auch keinen auf dem weitgehend freien Platz ohne Bäume. Möglicherweise hat man sich gewundert, dass es trotz einiger Fontänen auf dem Platz heiß wird, zumal bei über 30 ° C wie in den letzten Tagen. Und damit die Kinder und ihre Eltern keinen Hitzschlag bekommen, gibt es ein Dach.

Was für ein grandioser Blödsinn. Mann sollte sich planerisch vorher überlegen, ob und wie ein Platz genutzt werden soll.

Wasser… was? Wasserarchitekturen!

Was bitte sind denn Wasserarchitekturen? Brunnen, Wasserspiele, Fontänen, Stadtbrunnen, Wassergestaltungen… es gibt keinen einheitlichen Begriff für gestaltetes Wasser im Stadtraum. Von manchen belächelt als “Aufhübschung” des öffentlichen Stadtraums oder kritisch beäugt wegen hoher Kosten sind sie doch oft das, was die Stadtplätze im Sommer anziehend macht. Beliebt bei Jung und Alt sind Brunnen und Wasserspiele oft mehr als nur ein bisschen gestaltetes Wasser. Sie wirken räumlich, brauchen für ihre Wirkung den umgebenden Stadtraum, schaffen flüchtige, dreidimensionale Wasserbilder, viele Anlagen haben auch eine deutliche bauliche Komponente. In diesem Sinn handelt es sich um Architekturen – eben Wasserarchitekturen. In meiner Dissertation habe ich diesen Begriff geprägt und finde, er passt immer noch.

Der Neue Stadtbrunnen auf dem Kiliansplatz verdeutlicht ziemlich gut, das was ich mit Wasserarchitektur meine. 1996 von Eberhard Linke geschaffen, aus Bronze, Sandstein und Beton, mit 9 x 16 m nicht gerade klein, zeigt er verschiedene komödiantische Figuren und lädt mit seinem belebenden Wasserspiel zum Verweilen ein. Er gestaltet den Stadtraum, prägt den Platz architektonisch, belebt und schafft eine Atmosphäre und noch vieles mehr.